Herr der Ringe — Reihenfolge
Kurz gesagt
Der Herr der Ringe ist eigentlich ein einziger Roman, den der Verlag in drei Teilen herausgebracht hat. Gelesen wird er deshalb zwingend in der Reihenfolge Gefährten, Türme, Rückkehr.
Worum geht es?
J. R. R. Tolkien schrieb den „Herrn der Ringe“ über mehr als ein Jahrzehnt als ein zusammenhängendes Werk. Nur weil Papier nach dem Krieg knapp und der Umfang riesig war, erschien er 1954 und 1955 in drei Bänden. Erzählt wird, wie der Hobbit Frodo Beutlin einen Ring erbt, der dem dunklen Herrscher Sauron gehört, und ihn quer durch Mittelerde zum Schicksalsberg bringen muss, dem einzigen Ort, an dem er zerstört werden kann.
Im Deutschen gibt es zwei Übersetzungen, die Klett-Cotta beide lieferbar hält: die klassische von Margaret Carroux (ab 1969) und die modernere, sprachlich eigenwilligere von Wolfgang Krege. Welche man wählt, ist Geschmackssache. Wer die Namen und den getragenen Ton der Filme im Ohr hat, fühlt sich bei Carroux meist wohler; Krege übersetzt näher an der Umgangssprache. Der Text ist anspruchsvoll, mit langen Landschaftsbeschreibungen, Liedern und Gedichten. Für geübte Jugendliche ab etwa zwölf Jahren und Erwachsene ist er gut zu bewältigen.
Tolkien selbst gliederte das Werk in sechs „Bücher“, je zwei pro Band, plus umfangreiche Anhänge mit Zeittafeln, Stammbäumen und Sprachen. Die Anhänge stehen meist im dritten Band oder in einem eigenen Ergänzungsband.
Alle Bände in der richtigen Reihenfolge
Band 1Die GefährtenFrodo verlässt das Auenland, eine Gemeinschaft aus Hobbits, Menschen, einem Elben, einem Zwerg und dem Zauberer Gandalf bildet sich und zerbricht am Ende.Bei Amazon ansehen Anzeige
Band 2Die zwei TürmeDie Handlung teilt sich: Aragorn, Legolas und Gimli geraten in den Krieg um Rohan, während Frodo und Sam mit Gollum Richtung Mordor ziehen.Bei Amazon ansehen Anzeige
Band 3Die Rückkehr des KönigsDer Krieg erreicht Minas Tirith, Frodo und Sam nähern sich dem Schicksalsberg, und die Heimkehr ins Auenland bildet den Abschluss.Bei Amazon ansehen Anzeige
Die Reihenfolge richtet sich nach der Bandzählung der Reihe. Die Jahreszahl nennt die Erstveröffentlichung im Original. Verlinkt ist eine aktuell erhältliche Ausgabe.
Die Gefährten und ihre Wege
Die Gemeinschaft des Rings besteht aus neun Gefährten: den Hobbits Frodo, Sam, Merry und Pippin, dem Zauberer Gandalf, dem Waldläufer Aragorn, Boromir aus Gondor, dem Elben Legolas und dem Zwerg Gimli. Ihnen gegenüber stehen der Dunkle Herrscher Sauron, der Zauberer Saruman und die Ringgeister. Eine Sonderrolle spielt Gollum, der den Ring einst jahrhundertelang besaß und von ihm nicht loskommt.
Beim Lesen hilft es zu wissen, dass die Erzählung im zweiten und dritten Band in getrennten Strängen verläuft: Tolkien erzählt jeweils ein Buch lang die Kriegshandlung um Rohan und Gondor und dann ein Buch lang den Weg von Frodo und Sam. Die Zeitebenen überlappen sich dabei. Wer den Überblick behalten will, findet in den Anhängen eine Zeittafel. Auch die Lieder und Gedichte lohnen sich, weil in ihnen Geschichten aus älteren Zeitaltern anklingen, die im Roman sonst nur angedeutet werden. Vorlesen lässt sich der Herr der Ringe durchaus, allerdings eher für ältere Kinder, die Geduld für ausführliche Beschreibungen haben.
Wer die Filme von Peter Jackson kennt, wird manche Szenen wiedererkennen, andere vermissen: Der Abschnitt mit Tom Bombadil fehlt im Film ganz, und die „Säuberung des Auenlandes“ am Ende des dritten Bandes wurde gestrichen.
Womit anfangen?
Wer Tolkien noch nicht kennt, kann mit dem „Hobbit“ beginnen. Das deutlich kürzere Kinderbuch erzählt, wie Bilbo den Ring findet, und macht mit Mittelerde vertraut. Notwendig ist es nicht, der „Herr der Ringe“ erklärt alles Wichtige selbst. Der Prolog über die Hobbits wirkt trocken; wer dort stockt, darf ihn überspringen und später nachlesen. Hilfreich ist die Karte im Umschlag, weil die Wege der Gefährten ab dem zweiten Band auseinanderlaufen.
Spin-offs und Sonderbände
Nicht zum Roman gehören „Das Silmarillion“, das die Frühgeschichte Mittelerdes erzählt, und „Nachrichten aus Mittelerde“. Beide gab Tolkiens Sohn Christopher nach dem Tod des Autors heraus. Sie richten sich an Leser, die tiefer in die Mythologie einsteigen wollen, und sind eher Quellensammlung als Erzählung.
Weitere Reihen
Häufige Fragen
Ist der Herr der Ringe eine Trilogie?
Nicht im eigentlichen Sinn. Tolkien schrieb einen Roman; die Aufteilung in drei Bände war eine Entscheidung des Verlags.
Welche Übersetzung ist besser, Carroux oder Krege?
Beide sind vollständig. Carroux klingt feierlicher und prägt bis heute die bekannten Namen, Krege ist moderner im Ton. Probelesen hilft bei der Entscheidung.
Muss man den Hobbit vorher lesen?
Nein. Er ist ein guter Einstieg, aber der Herr der Ringe steht für sich.
Wann ist der Herr der Ringe erschienen?
Das englische Original erschien 1954 und 1955, die erste deutsche Ausgabe ab 1969.